Praxiswissen · Technik vor Ort

Strom und Akku: wie ein Roboter-Einsatz wirklich geplant wird

Die häufigste Fehlplanung bei Roboter-Auftritten hat nichts mit Technik zu tun, sondern mit Erwartung: Der Roboter soll „den ganzen Tag laufen“. Das tut er nicht — und muss er auch nicht. Wie es stattdessen geht.

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Die Zahl, um die es geht

Ein humanoider Roboter der G1-Klasse läuft rund anderthalb bis zwei Stunden aktiven Betrieb pro Akku. „Aktiver Betrieb“ heißt: gehen, gestikulieren, sprechen, auf Menschen reagieren. Stehen und warten verbraucht weniger, aber nicht null.

Der Akkuwechsel selbst dauert Minuten. Deshalb ist die entscheidende Frage nicht „wie lange hält der Akku“, sondern „wie ist der Tag getaktet“. Ein Einsatz über acht Stunden ist möglich — als Folge von Auftrittsblöcken mit Pausen dazwischen, nicht als Dauerbetrieb.

Warum Blöcke besser sind als Dauerbetrieb

Das ist nicht nur eine technische Notwendigkeit, sondern auch dramaturgisch besser. Ein Roboter, der acht Stunden durchgehend herumläuft, wird nach zwei Stunden Teil der Kulisse. Vier klar gesetzte Auftritte über den Tag erzeugen jedes Mal neu einen Auflauf — und geben Ihrem Team die Chance, Besucher gezielt darauf hinzuweisen.

Bewährt hat sich: Auftrittsblöcke von 20 bis 40 Minuten, dazwischen 30 bis 45 Minuten Pause zum Laden und für Technik-Checks. Auf Messen legt man die Blöcke auf die Stoßzeiten, bei Abendveranstaltungen auf Empfang, Programmpunkt und späten Abend.

Was die Location bereitstellen muss

Der Bedarf ist unspektakulär: eine gewöhnliche Schuko-Steckdose in erreichbarer Nähe der Auftrittsfläche. Kein Starkstrom, kein Sonderanschluss. Wichtig ist die Nähe — Ladegeräte gehören nicht ins Publikum, sondern in den Rückzugsbereich.

Auf Festplätzen und bei Open-Air-Veranstaltungen läuft die Versorgung oft über Generatoren oder Verteiler. Das funktioniert, sollte aber vorab abgestimmt werden: Wir brauchen zu wissen, ob die Stromversorgung durchgehend anliegt oder mit dem Bühnenprogramm zusammen abgeschaltet wird. Der zweite Fall ist schon vorgekommen.

Dazu kommt ein kleiner, trockener Bereich abseits der Gäste — Zeltabteil, Container, Backstage-Ecke, Lagerraum. Dort werden Akkus gewechselt und Technik vorbereitet, ohne dass fünfzig Neugierige zuschauen.

Transport der Akkus: was rechtlich gilt

Lithium-Ionen-Akkus sind Gefahrgut. Für den Straßentransport gilt das ADR-Regelwerk; Akkus, die zusammen mit dem Gerät transportiert werden, fallen unter UN 3481 und werden entsprechend verpackt und gekennzeichnet befördert. Das ist Sache des Dienstleisters, nicht des Veranstalters — aber es ist ein guter Prüfstein: Wer auf die Frage nach dem Akkutransport nur mit den Schultern zuckt, fährt vermutlich auch sonst auf Sicht.

Seit Februar 2024 gilt zudem die EU-Batterieverordnung (EU) 2023/1542, die Kennzeichnung, Sorgfaltspflichten und Rücknahme von Batterien neu regelt. Für Sie als Veranstalter ändert sich dadurch nichts im Ablauf, wohl aber für den Anbieter, der die Akkus beschafft und entsorgt.

Praktische Folge für die Planung: Ersatzakkus sind kein Extra, das man wegverhandelt. Sie sind der Grund, warum ein Auftritt am Nachmittag noch stattfindet.

Winter, Kälte und lange Abende

Kälte kostet Laufzeit. Bei Weihnachtsmärkten und Winterveranstaltungen im Freien planen wir deshalb kürzere Blöcke und mehr Wechsel ein, und der Rückzugsbereich sollte beheizt oder zumindest windgeschützt sein. Wer eine Weihnachtsfeier im Zelt plant, sollte das früh sagen — es ändert die Taktung, nicht die Machbarkeit.

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Häufige Fragen

Kann der Roboter acht Stunden durchgehend laufen?

Nein. Ein Akku trägt etwa 1,5 bis 2 Stunden aktiven Betrieb. Ein Ganztagseinsatz wird als Folge von Auftrittsblöcken mit Ladepausen geplant — das ist technisch nötig und wirkt beim Publikum ohnehin besser.

Welchen Stromanschluss brauchen wir?

Eine normale Schuko-Steckdose in der Nähe der Auftrittsfläche genügt. Kein Starkstrom. Bei Generatorbetrieb im Freien stimmen wir vorab ab, ob die Versorgung durchgehend anliegt.

Wie viele Auftritte pro Tag sind realistisch?

Üblich sind drei bis fünf Blöcke von 20 bis 40 Minuten mit Pausen dazwischen. Die konkrete Taktung richtet sich nach Ihrem Programm und den Stoßzeiten.

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